Pressekonferenz am 30.09.2011 nach der Verwaltungsratssitzung des Klinikums Kaufbeuren-Ostallgäu zum Thema Nutzung des Krankenhauses in Marktoberdorf

Ergebnis der Sitzung: Das Krankenhaus in Marktoberdorf bleibt erhalten, wird aber im Angebot eingeschränkt.

Lesen Sie hier die wesentlichen Neuerungen und Aussagen des Verwaltungsratsvorsitzenden, Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse und seinem Stellvertreter, dem Ostallgäuer Landrat Johann Fleschhut.

 

Oberbürgermeister Stefan Bosse

  • Es war klar, eine medizinische Nachversorgung zu gewährleiten

-    Wegen der Versorgung
-    Wegen Fördermitteln, die ansonsten zurückbezahlt werden müssten

  • Ergebnisse Sitzung: „ein guter Tag für das Unternehmen“
  • Ambulantes Operationszentrum (7.200 OPs an allen Standorten im Jahr). Diese Operationen machen an allen Standorten Probleme, da sie OP-Säle belegen. Lösung: in Marktoberdorf wird ein ambulantes Operationszentrum aufgebaut. Ziel: bis zu 6.000 Operationen in Marktoberdorf. Weitere Leistung im Bereiche der ambulanten Versorgung: D-Arzt-Fälle, ambulante Notfallversorgung der Region, Notarztdienst.  An den anderen Standorten verbessern sich dadurch die Operationsplanungen. 300.000 bis 400.000 an Mehrkosten durch das zentrale Zentrum sind eingeplant. Eine Deckelung pro Jahr bis zu 500.000 Euro ist gewährleistet. Im Jahr 2014 wird diese neue Regelung erstmalig überprüft. Binnen weniger Monate kann das Zentrum in Marktoberdorf eingerichtet werden
  • Zweite Komponente: Geriatrie (Ziel: bis zu 60 Bette). Die soll in andere Hände gegeben werden – zum Beispiel in die Hände eines privaten Träger in Zusammenhang mit der Minderheitsbeteiligung eines öffentlichen Trägers, der dann die Defizite zu tragen hat, denn auch hier erwartet man kein positives Betriebsergebnis.
  • Ambulantes Wundzentrum wird auch in Marktoberdorf bleiben. Die stationäre Wundbehandlung wird nach Kaufbeuren verlegt. Nach Kaufbeuren deswegen, da dort die Abteilungen vertreten sind, die für eine stationäre Wundbehandlung notwendig sind
  • Geburtshilfe: bis 01.12.2012 wird ein Konzept erarbeitet. Bis zu dem Datum wird die Geburtshilfe beibehalten. Ziel ist die Beibehaltung auch nach dem Jahr 2012.
  • Bestandgarantie für Obergünzburg und Buchloe. Für diese Garantie gibt es seitens des Verwaltungsrates ein Entgegenkommen und einen Beitrag der Mitarbeiterschaft des gesamten Klinikverbunds. Im Gespräch ist eine Spanne von 1 bis 6 Prozent Gehaltseinbuße. Ein Prozent Lohnverzicht entspricht etwa eine Einsparung von 700.000 Euro. Verdi und der Marburger Bund sollen die Gespräche und Verhandlungen mit den Mitarbeitern übernehmen.
  • Für mich war es ein positives Zeichen, dass in geheimer Abstimmung ein Abstimmungsergebnis von 17:1 für die neue Regelung gefasst wurde. Ich betone, dass die eine Gegenstimme nicht von mir war.
  • Die Defizitentwicklung hat sich an dem Kreisratsbeschluss von 2 Mio. Defizit zu orientieren. Sollten die neuen Beschlüsse und Konzepte diese Planung nicht einhalten können, müssen neue Gespräche stattfinden. Fakt ist, dass das aktuelle Defizit reduziert werden muss.
  • Kienbaum ist beauftragt, dass neue Konzept zu begleiten.


Landrat Johann Fleschhut

 

  • Es ist ein guter Tag gestern gewesen. Wir sind zu zweit hier, das ist ein gutes Zeichen. Ich möchte nicht zu sehr in die Vergangenheit gehen, sondern auf die Gemeinsamkeiten eingehen.
  • Uns war bewusst, die Defizite nicht mehr tragen zu wollen. Trotz aller Schwierigkeiten wollten wir aber immer alle fünf Standorte behalten. Auch nach dem Gutachten von Kienbaum war es unser Ziel, die Standorte zu behalten und mit großen Anstrengungen und Einschnitten, die weh tun, diese Möglichkeit zu realisieren.
  • Die jetzige ist aus meiner Sicht ein wichtiges Zeichen auch für die Mitarbeiterschaft, dass es weiter geht. Wir wollten dadurch auch erreichen, dass wir nicht weiter qualifizierte Mitarbeiter verlieren, was zum Teil schon durch die vergangene Zeit geschehen ist.
  • Die Uneinigkeit der letzten Zeit ist nun Vergangenheit. Man hat sich jetzt wieder zusammengefunden, um positive Nachrichten verkünden zu können.
  • Jetzt muss der Fokus wieder auf den Leistungen und Qualitäten liegen. Es wird ein umfassendes Gesamtkonzept entstehen, welches die Bremse lösen wird, die leider bestand hatte.
  • Für mich atmet das Krankenhaus in Marktoberdorf wieder, welches bis zur neuen Abstimmung schon im medizinischen Stillstand lag.
  • Ein leer stehendes Krankenhausgebäude hätte für Marktoberdorf eine enorme Auswirkung gehabt, die heute noch gar nicht umfassend zu beziffern ist.
  • Das Wundzentrum war schon beschlussmäßig in Buchloe. So bin ich über die Veränderung sehr froh. Die Wundambulanz passt zu Marktoberdorf. Auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass die stationäre Behandlung auch  in Marktoberdorf geblieben wäre, so ist es doch ein Kompromiss, mit dem alle leben können.
  • Es gibt bei den Beschlüssen keine Defizitgrenze. In diesem Zusammenhang gibt es keinen Automatismus.
  • Wir wissen, dass das ambulante OP-Zentrum keinen wirtschaftlichen Gewinn erzielen wird.
  • Jetzt ist eine vollumfängliche Nutzung des Gebäudes in Marktoberdorf gewährleitet.
  • Wir sind noch nicht am Ende unserer Bemühungen. Es bedarf noch weiterer Anstrengungen und Gespräche, um endgültige Ergebnisse für alle fünf Standorte zu erzielen.
  • Ich bin sehr froh, dass das Bemühen aller erkennbar war.


Klinikvorstände Ludwig Lederle und Dr. Joachim Klasen

 

  • Nach dem letzten Beschluss wurde Gespräche mit allen Mitarbeiten geführt, da man den Mitarbeitern eine Perspektive bieten wollte.
  • Erste Abwerbungsversuche haben in der Vergangenheit schon stattgefunden.
  • Erfahrungen an anderen Kliniken zeigen, da es den Mitarbeitern wichtiger  ist, einen gesicherten Arbeitsplatz zu haben, als sich gegen einen kleinen Einschnitt beim Gehalt zu stellen.
  • Die Ärzte nehmen gerne eine weitere Anfahrt zum Arbeitsplatz in Kauf, da sie die OP-Problematik in Marktoberdorf auch gesehen haben und über die Verbesserungen sehr froh sind.
  • Wir haben schwierige Wochen hinter uns.
  • Das Defizit für das Jahr 2010 wird bei etwa 4,1 Mio. liegen.
  • Das Haus hat aktuell 117 Betten. Diese sollen in Zukunft auch belegt werden, da neben der Geriatrie noch Vermietungen an andere, sinnvolle Anbieter folgen sollen.


Bild von links: Vorstand Ludwig Lederle, Landrat Johann Fleschhut, Oberbürgermeister Stefan Bosse, Dr. Joachim Klasen

Bild: Marketingagentur Tenambergen

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