Quelle: ESV Kaufbeuren /

Philippe Bader

Zwei-Punkte-Wochenende für den ESVK

Joker gewinnen daheim in der Verlängerung gegen die Tölzer Löwen. Aus Frankfurt kehren sie ohne Punkte nach Hause. Die Spielberichte und Highlight-Videos im Stadtportal

Foto: Benjamin Lahr
Foto: Benjamin Lahr

Joker zwingen die Löwen in der Overtime in Knie

Tobi Wörle mit dem Gamewinner in der Overtime vor 2.867 Zuschauern

Mit den Tölzer Löwen stand der nächste Bayrische Gegner in den Startlöchern und somit auch das nächste Derby für ESVK auf dem Plan. 2.867 Zuschauer in der erdgas schwaben arena waren gespannt, wie sich die zuletzt glänzend aufgelegten Joker, gegen die aktuell eher zahnlosen Löwen schlagen würden. Bei den Rotgelben musste Dominic Guran für den angeschlagenen Stefan Vajs als Backup Torhüter auflaufen. Daniel Oppolzer musste leider ebenfalls verletzt passen, genauso wie Philipp De Paly.


Wie gewohnt beginnt das Spiel mit dem ersten Bully am Mittelkreis. Eher ungewöhnlich ist, dass es nach 24 Sekunden bereits 1:0 für die Joker steht. Der ESVK setzt sich direkt im Tölzer Drittel fest, Julian Eichinger bringt die Scheibe vor das Tor, wo Antti Kerälä noch mal zum anfahrenden Sami Blomqvist quer legt und Tor. Die Löwen zeigen sich von der frühen Führung eher unbeeindruckt. Denis Pfaffengut zieht zwar in der dritten Minute noch mal gefährlich von der Blauen Linie Richtung Sinisa Martinovic ab, aber ansonsten erspielen sich die Tölzer in den ersten Minuten ein Chancenplus. Lubor Dibelka verfehlt das Kaufbeurer Tor in der siebten Minute nach einem schönen Move nur haarscharf und direkt im Anschluss muss Jan Dalgic in höchster Not gegen Shawn Weller klären. Die Löwen sind dem Anschluss näher als der ESVK dem zweiten Treffer, doch dann kommen die Joker zu ihrer Paradedisziplin dem Powerplay und nutzen dies eiskalt. Den Schuss von Julian Eichinger kann Sinisa Martinovic noch abwehren, aber gegen den Nachschuss von Alex Thiel ist er dann machtlos. Die Rotgelben führen mit zwei Toren, aber es bleibt ein offener Schlagabtausch, bei dem beide Teams immer wieder zum Abschluss kommen. Matt MacKenzie trifft bei einem dieser Abschlüsse nur den Außenpfosten. Kurz vor Spielende kommt dann Bad Tölz noch zu seiner ersten Überzahl, aber die Joker können die Führung mit viel Einsatz in die Pause retten.


In der Liga gibt es nur eine Mannschaft, die in Überzahl gefährlicher ist als der ESV Kaufbeuren und das ist die der Tölzer Löwen. Das bekommen die Joker gleich zu Beginn des zweiten Drittels auch zu spüren. Vier Sekunden bevor das Powerplay endet, kann Shawn Weller völlig freistehend am langen Pfosten einen Abpraller von Jan Dalgic zum Anschlusstreffer einschieben. Jetzt drehen die Löwen auf und setzen den ESV ordentlich unter Druck. Genau in dieser Phase kommen die Joker durch eine schwer nachvollziehbare Schiedsrichterentscheidung in Unterzahl und Tölz schlägt erneut zu. Schnell läuft die Scheibe zwischen Lubor Dibelka und Marco Pfleger hin und her und Letzterer zieht mit einem Onetimer unhaltbar zum Ausgleich ab. Die Kaufbeurer versuchen sich zurück in die Partie zu kämpfen und kommen durch Branden Gracel und Fabian Koziol auch zu guten Torchancen, aber Sinisa Martinovic hält stark. Einige fragwürdige Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns bringen jetzt zusätzlich Unruhe in das Spiel und die Joker lassen sich dadurch noch mehr aus dem Tritt bringen. Dann in der 29. Minute endgültig die kalte Dusche für die Rotgelben. Luca Tosto legt ab für Max French und der erwischt Jan Dalgic mit einer Granate von der Blauen Linie auf dem falschen Fuß, zum nicht unverdienten 2:3. Die Joker tuen sich einfach schwer gegen druckvolle Löwen, kommen nur selten zu entlastenden Aktionen und wenn, dann ist bei Martinovic Endstation. Zum Drittelende hin geben die Tölzer nochmals richtig Gas und es ist Jan Dalgic zu verdanken das es nur mit einem Tor Rückstand für den ESVK in die Kabine geht.


Der letzte Spielabschnitt läuft ziemlich verkrampft an, zumindest nimmt die optische Überlegenheit der Löwen nun etwas ab. Joey Lewis kommt in der 45. Minute frei zum Schuss, aber Martinovic mit der Fanghand. Direkt danach Lubor Dibelka mit der riesen Chance die Führung weiter auszubauen, aber die Scheibe rauscht knapp am Kaufbeurer Tor vorbei. Dann fällt überraschend der Ausgleich der Hausherren. Tobi Wörle fährt mit viel Dynamik ins Tölzer Drittel, bedient Branden Gracel mustergültig und dieser vernascht Sinisa Martinovic mit einem Flachschuss durch die Schoner. Die Joker spielen jetzt mit breiterer Brust und kommen direkt im Anschluss durch Joey Lewis fast zu ihrem nächsten Treffer, aber jetzt ist Martinovic wieder auf dem Posten. Jetzt brennt es lichterloh auf der anderen Seite. Den Schuss vom jungen Luca Tosto kann Jan Dalgic noch abwehren, dann ist er bei der zweiten Angriffswelle eigentlich schon geschlagen, aber die Joker werfen sich mit Mann und Maus vor ihr Tor und verhindern so den erneuten Rückstand. Jetzt wieder Kaufbeuren mit der Großchance in Person von Sami Blomqvist, der aber untypisch einen Alleingang zu harmlos ausspielt. Die Hausherren kommen nochmal in den Genuss eines Powerplays, sind aber auch hier an diesem Abend zu unsortiert und leisten sich zu viele Fehlpässe. Kurz vor der Schlusssirene gibt es noch eine Strafe gegen Kaufbeuren und es geht mit 3:3 und in Unterzahl in die Verlängerung.

Die Buam setzen sich direkt vor dem Joker Tor fest und alle warten eigentlich nur auf den Siegtreffer der Gäste, aber Jan Dalgic und alle anderen in Rotgelb haben etwas dagegen. Die Unterzahl wird dank starker kämpferischen Leistung unbeschadet überstanden und jetzt sind es wieder Tobi Wörle und Branden Gracel die mit viel Schwung aus dem eigenen Drittel Richtung Martinovic starten. Dieses Mal ist es Gracel der Tobi Wörle mit einem Querpass bedient, der zieht direkt ab und die Scheibe quetscht sich erneut durch die Schoner des Tölzer Keepers zum viel umjubelten Kaufbeurer Siegtreffer.

Foto: Benjamin Lahr
Foto: Benjamin Lahr

5:2 Niederlage in Frankfurt

Joker verlieren in der Mainmetropole trotz guter Auswärtspartie mit 5:2

Zwei Tage vor dem Weihnachtsfest war der ESV Kaufbeuren am Sonntagabend in Frankfurt zu Gast. Dabei wurden die Mannschaft von Rund 150 lautstarken Fans in die Mainmetropole begleitet.

Neben den bekannten Ausfällen von Philipp de Play und Daniel Oppolzer musste Trainer Andi Brockmann auch weiterhin auf Stefan Vajs verzichten, dessen vor Wochen erlittene Unterkörperverletzung macht dem Torhüter immer wieder große Schwierigkeiten und lässt somit einen Einsatz derzeit leider nicht zu. Als Backup mit an Board war dafür wieder Dominic Guran aus dem DNL Team. Krankheitsbedingt fehlte dazu auch noch Stürmer Jere Laaksonen, seinen Platz in der dritten Sturmformation übernahm sein Landsmann Ossi Saarinen. Saarinen hat seine Oberkörperverletzung auskuriert und stellt somit auch grundsätzlich wieder eine wichtige Option für die Trainer dar.


Nach einer kurzer Abtastphase übernahmen die Hausherren mit viel Tempo und Willen das Kommando über die Partie. Dabei waren die ersten Torabschlüsse der Frankfurter noch nicht die gefährlichsten. Dies sollte sich aber nach einem ersten Powerplay der Joker nach gut sechs Minuten ändern. Zuerst hatten die Kaufbeurer in Überzahl noch zwei dicke Chancen, aber Jimmy Hertel im Kasten der Löwen konnte retten. Noch in Unterzahl hatte Adam Mitchel nach einem Abspielfehler des ESVK in der eigenen Zone die top Chance auf den ersten Löwen Treffer. Jan Dalgic war aber zur Stelle. So sollte es dann aber auch weitergehen. Der Kaufbeurer Schlussmann stand nun im Mittelpunkt der Partie. Die Hessen erhöhten den Druck immer mehr und Jan Dalgic hatte alle Hände voll zu tun. Machtlos war er dann in Minute neun. Ein kapitaler Abspielfehler in der eigen Zone brachte Löwen Top-Scorer Rope Raanta die Scheibe direkt auf den Schläger und dieser traf humorlos zum 1:0 in den linken Torwinkel. Anschließend hatten die Frankfurter mehrere hundertprozentige Chancen auf einen zweiten Treffer liegen gelassen. Entweder zielten die Hessen zu ungenau oder Jan Dalgic zeige tolle Reflexe und verhinderte somit einen höheren Pausenrückstand für sein Team.

Das zweite Drittel war dann deutlich ausgeglichener wie das erste. Die Löwen hatten weiterhin mehr Torchancen, aber auch die Allgäuer hatten jetzt deutlich mehr Spielanteilen und Torabschlüsse, wie noch zu Beginn des Spieles. Dabei hatte Maximilian Eisenmenger nach einem Scheibengewinn an der eigenen blauen Linie einen Alleingang, traf aber dabei das Tor nicht. Da er zuvor aber auch regelwidrig zu Fall gebracht wurde, konnten die Hessen ihr erstes Powerplay an diesem Abend genießen. Die Joker aber verteidigten stark und ließen keinen Gegentreffer zu. Gerade als dann ein Überzahlspiel der Kaufbeurer in der 29. Minute abgelaufen war, traf Alex Thiel zum 1:1 Ausgleich. Dabei musste der Verteidiger nach schönen Pässen von Ossi Saarinen und Julian Eichinger, die Scheibe nur noch im leeren Löwen Gehäuse unterbringen. Dieser Treffer gab den Joker einen deutlichen Energieschub und als die Wertachstädter immer besser in das Spiel kamen und einige gute Torabschlüsse hatten, kam wieder eine Tiefschlafphase. Mike Mieszkowski konnte dabei gegen seinen ehemaligen Club einen einfachen Treffer erzielen. Max Faber setzte den völlig frei stehenden Stürmer nach einer feinen Einzelaktion perfekt ein und dieser musste nur noch zum 2:1 einschieben. Schon Sekunden zuvor hatten die Hausherren den Führungstreffer bei einen ähnliche Situation liegen gelassen. Gespielt waren da 36 Minuten. Die Kaufbeurer hatten aber eine schnelle Antwort parat. Alex Thiel fand an von der blauen Linie aus direkt vor dem Tor den Schläger von Joey Lewis und dieser tippte die Scheibe zum erneuten Ausgleich in den Kasten von Jimmy Hertel ein. Somit ging es mit einem 2:2 Unentschieden in die zweite Pause.

Das letzte Drittel war dann ebenfalls ausgeglichen, aber die Löwen machten die Tore. Martin Buchwieser brachte die Frankfurter in der 45. Minute mit 3:2 in Front. Dabei fälschte der ehemalige DEL Haudegen die Scheibe direkt vor Jan Dalgic entscheidend ab. Als die Joker dem Ausgleich immer näher kamen, aber ihre Chancen nicht nutzten, schloss Maximilian Eisenmenger einen Konter etwas Glücklich zum 4:2 ab. Glücklich deshalb, weil der Puck im Moment der Schussabgabe sich aufstellte und somit für Jan Dalgic schwer zu berechnen war. Auch das fünfte Tor der Hausherren war dann etwas Glücklich. Julian Eichinger blockte einen Schuss, und die Schiebe viel seinen Gegenspieler auf die Kelle, der nur noch den frei stehenden Stephan MacAuley im Slot bedienen musste. Die beiden Gegentreffer fielen in der 58. Spielminute.

Letztendlich war der Sieg der Frankfurter auch durchaus verdient. Die Joker stemmten sich zwar gegen die Niederlage und hatten wie erwähnt auch bis auf wenige Phasen eine gute Auswärtspartie gezeigt, die schlussendlich vielleicht auch ein, zwei Tore zu hoch ausgefallen ist.

Das nächste Heimspiel des ESV Kaufbeuren findet schon am kommenden Donnerstagabend um 18:30 Uhr statt. Am zweiten Weihnachtsfeiertag ist dabei der EHC Freiburg in der erdgas schwaben arena zu Gast. Karten für das Spiel sind im Onlineshop unter tickets.esvk.de erhältlich.

Update (23.12.2019 - 17 Uhr)

Das Spiel gegen die Frankfurter Löwen wird nachträglich "5:0" gewertet. Grund ist die Spielteilnahme von Calvin Pokorny, der eigentlich aufgrund der dritten Disziplinarstrafe in dieser Saison für das Spiel gesperrt gewesen wäre. 

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