Quelle: Stadtmuseum Kaufbeuren /

Petra Weber M.A.

Wer besitzt einen Kleiderbügel aus dem Geschäft von Ernst Buxbaum?

Suchaufruf des Stadtmuseums zu Objekt aus NS-Zeit

1996 war in der Allgäuer Zeitung schon einmal ein Kleiderbügel aus dem Kaufhaus Buxbaum abgebildet. Wer kennt die Besitzerin? Foto: Susanne Sagner/Stadtmuseum Kaufbeuren/Zeitungsartikel AZ, 9.11.1996, Foto Hildenbrand
1996 war in der Allgäuer Zeitung schon einmal ein Kleiderbügel aus dem Kaufhaus Buxbaum abgebildet. Wer kennt die Besitzerin? Foto: Susanne Sagner/Stadtmuseum Kaufbeuren/Zeitungsartikel AZ, 9.11.1996, Foto Hildenbrand

Im Frühjahr 2018 startete das Stadtmuseum Kaufbeuren einen Sammlungsaufruf, um Kaufbeurer Objekte aus der NS-Zeit für die Museumssammlung zu finden. Eine Kaufbeurerin bot in diesem Zusammenhang einen Holzbügel aus dem Kleidergeschäft des jüdischen Bürgers Ernst Buxbaum an – ein für das Museum äußerst interessantes Objekt. Doch die potentielle Leihgeberin hat sich seither nicht mehr beim Museum gemeldet. Und dort wurden leider keine Kontaktdaten aufgenommen, um das Objektangebot weiter verfolgen zu können. Über einen öffentlichen Aufruf ist das Team des Stadtmuseums nun auf der Suche nach besagter Kaufbeurerin, die dem Museum den Kleiderbügel angeboten hatte.

Kontakt Stadtmuseum Kaufbeuren: Tel 08341-966 83 90, stadtmuseum@kaufbeuren.de, Kaisergäßchen 12–14.

Ernst Buxbaum (1897-1940) – ein Kaufbeurer Bürger jüdischen Glaubens

Im Jahr 1933 lebten in Kaufbeuren lediglich zwei jüdische Bürger, der Metzger Willhelm Lion und der Kaufmann Ernst Buxbaum. Lion zog 1934/35 nach Augsburg, Buxbaum dagegen betrieb bis 1938 ein Textil- und Damenkonfektionsgeschäft zunächst in der Schmiedgasse 2, später im Rosental 21. Ab 1933 war der Kaufmann antijüdischen Boykottmaßnahmen ausgesetzt, durch die er nicht nur wirtschaftliche Einbußen erlitt, sondern auch gezwungen war, neue Geschäftsräume zu suchen. Durch eine verleumderische Anzeige der Rassenschande wurde Buxbaum 1938 in Schutzhaft genommen und bis Februar 1938 im KZ Dachau inhaftiert. Während dieser Zeit wurde sein Geschäft in Kaufbeuren aufgelöst und für einen geringfügigen Preis durch einen Weilheimer Kaufmann aufgekauft. Nach der Entlassung aus dem Konzentrationslager lebte Buxbaum mit seinem Bruder Emil in München, wo er sich schließlich am 19.4.1940 in seiner Wohnung erhängte, „da ihm die Nazis derart zugesetzt haben“, wie seine überlebenden Brüder später angaben.

Kaufbeuren unterm Hakenkreuz – eine Stadt geht auf Spurensuche

Seit Oktober 2018 arbeitet das Stadtmuseum am Projekt „Kaufbeuren unterm Hakenkreuz.“ Das Stadtmuseum reagiert auf einen städtischen Diskurs über seinen Ausstellungsbereich zum Nationalsozialismus und plant eine neue Sonderausstellung ab Oktober 2019. Das Ziel? Die NS-Zeit in Kaufbeuren neu zu beleuchten, aktuelle Bezüge herzustellen und dabei die Menschen der Stadt einzubinden. Die Kulturstiftung des Bundes fördert dieses Vorhaben im Fonds Stadtgefährten. Ein Jahr lang geht das Stadtmuseum Kaufbeuren gemeinsam mit den Menschen der Stadt auf Spurensuche und entwickelt in Zusammenarbeit mit zehn Kooperationspartnern unterschiedliche Projekte. Dabei soll die NS-Geschichte der Kleinstadt ebenso unter die Lupe genommen werden wie die Frage, wie wir heute mit Ausgrenzung, Rassismus und der NS-Vergangenheit umgehen. Am Ende soll eine Sonderausstellung von und für Bürger*innen entstehen, die durchwoben ist von Objekten, Erinnerungen, Anregungen und Gedanken aus der Bevölkerung.

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