Rat und Hilfe für pflegende Angehörige in Zeiten von Corona

Ob und welche Hilfen es für sie gibt beantwortet Angelika Ulrich, Pflegeberaterin bei der AOK-Direktion Kaufbeuren-Ostallgäu

Nach wie vor machen sich die Corona bedingten Einschränkungen im Alltag pflegender Angehöriger bemerkbar. Ob und welche Hilfen es für sie gibt, das wollten wir von Angelika Ulrich, Pflegeberaterin bei der AOK-Direktion Kaufbeuren-Ostallgäu, wissen.

Redaktion: Gibt es Entlastungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige, die sie jetzt während der Corona-Krise in Anspruch nehmen können?

Angelika Ulrich: Alle gesetzlichen Krankenkassen, also auch die AOK Bayern, leisten finanzielle Unterstützung, wenn Angehörige ihre Pflegebedürftigen vorüberge-hend nicht betreuen können. Bisher hat die AOK Bay-ern auch bei Schließung einer Tagespflege oder dem coronabedingten Ausfall einer privaten Pflegeperson oder einer von einer Agentur vermittelten Haushaltshilfe bis zu 2.418 Euro Verhinderungspflege für längstens sechs Wochen bezahlt. Stück für Stück erfolgen je-doch Lockerungen der Regelungen, immer unter Abwägung der aktuellen Infektionsdaten. Wir informieren gerne über die jeweils gültigen Unterstützungsangebote.

Redaktion: Was ist im Zuge der Corona-Krise derzeit anders als sonst?

Angelika Ulrich: Da gibt es zwei Themen: Vorläufig erfolgt die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst in Form eines Telefontermins. Daraus entsteht den Versicherten kein Nachteil. Es ist also weiterhin möglich, einen Pflegegrad zu beantragen und die Anträge werden auch be-arbeitet. Zudem sind Pflegegeldempfänger verpflichtet, regelmäßig einen Beratungsbesuch in Anspruch zu nehmen. Diese Pflicht entfällt bis auf Weiteres.

Redaktion: Wie läuft eine Pflegeberatung während der Pandemie ab?

Angelika Ulrich: Die Pflegeberatung ist weiterhin für die Versicherten der AOK Bayern da – telefonisch, auf Online-Kanälen und, unter Einhaltung der Hygienevor-schriften, auch wieder in den Geschäftsstellen. Die meisten Pflegeberatungen laufen derzeit übers Telefon. Öfter als vor der Corona-Pandemie brauchen die pfle-genden Angehörigen jemanden, der sich ihre Sorgen und Nöte einfach nur anhört. Aber natürlich stehen wir mit Rat und Tat zur Seite, soweit es die aktuelle Situati-on zulässt. Hausbesuche finden selbstverständlich im Moment noch nicht wieder statt. Unterstützung be-kommen pflegende Angehörige auch ganz aktuell in Form des neuen AOK-Online-Kurses „Pflegen zu Hause“. Er ermöglicht, sich unabhängig von Zeit und Ort Kenntnisse anzueignen, die den Pflegealltag erleichtern können. Für die Beratung zu diesem Online-Angebot und allen weiteren Fragen erreichen mich unsere Ver-sicherten bei der AOK in Kaufbeuren unter meiner Durchwahl 08341 431-264.

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