Quelle: Lebenshilfe Ostallgäu e.V. / Pressestelle

Notbetrieb bei der Lebenshilfe Ostallgäu

Die Schließung der Schulen und Kindertagesstätten fordert die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lebenshilfe Ostallgäu

Bild: Lebenshilfe Ostallgäu/Johanna Zwick
Leere Wartebänke – für Gabriele Sandler, Logopädin bei der Lebenshilfe Ostallgäu, seit Anfang dieser Woche Alltag. Therapiestunden entfallen, viele Therapeuten arbeiten derzeit auf, was liegen geblieben ist und halten wenn möglich Telefonberatungen ab. Gabriele Sandler wird zudem wie viele ihrer Kolleginnen und Kollegen Dienste im Wohnheim übernehmen, da die stationären Wohnformen derzeit außerordentlich belastet sind. Bild: Lebenshilfe Ostallgäu/Johanna Zwick

Im Notbetrieb laufen derzeit die Heilpädagogischen Tagesstätten für Kinder und Jugendliche, auch die Frühförderstellen sind betroffen: Ab sofort bis einschließlich 19. April bieten die Interdisziplinären Frühförderstellen Kaufbeuren/Buchloe und Marktoberdorf/Füssen nur noch telefonische Beratungen bei Bedarf an. Eine telefonische Notfallberatung bei dringenden Anliegen sowie eine Notversorgung bei medizinisch-unverzichtbaren Verordnungen werden sichergestellt, ansonsten werden alle ambulanten und mobilen Maßnahmen (pädagogische Förderungen und medizinische Therapien) vorerst eingestellt.

Die Angebote der Lebenshilfe Ostallgäu im nicht-stationären Bereich wurden stark eingeschränkt bzw. ausgesetzt. „Im Fokus stehen hier die Menschen mit Behinderung, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und alle Nutzer unserer Angebote. Hier wollen wir das Ansteckungs- und Verbreitungsrisiko so weit wie möglich reduzieren“, so die Geschäftsführer Ralf Grath, Claudia Kintrup und Klaus Prestele. Die bereits seit letzter Woche geltenden Betretungsverbote der Einrichtungen wurden am Wochenende erweitert, speziell im Bereich Wohnen. So sollen Bewohnerinnen und Bewohner die stationären Wohnheime nur noch in Ausnahmefällen, z. B. für dringende Arztbesuche, verlassen. Für Bewohnerinnen und Bewohner, die bisher regelmäßig ihre Familien besuchten, ist dies seit Anfang der Woche nicht mehr möglich, außer sie verbleiben die nächsten Wochen in ihren Familien. „Wir orientieren uns hier an den empfohlenen Maßnahmen des Sozialministeriums, auch wenn sie für unsere Bewohnerinnen und Bewohner zum Teil eine große Einschränkung bedeuten,“ so Claudia Kintrup.

Große Auswirkungen auf den Wohnbereich hat auch der Beschluss, die Werk- und Förderstätten der Wertachtal-Werkstätten an allen Standorten zu schließen. Ab Mittwoch gilt diese Regelung für alle Standorte in Kaufbeuren, Marktoberdorf und Füssen. Für die über 600 Menschen mit Behinderung heißt dies, dass sie bis einschließlich 19. April nicht mehr arbeiten dürfen. „Unser Krisenstab arbeitet derzeit auf Hochtouren. Wir versuchen, den laufenden Betrieb mit unseren verfügbaren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aufrechtzuerhalten“, so Geschäftsführer Klaus Prestele. Inwieweit dies ohne Einschränkungen umgesetzt werden kann, sei noch nicht absehbar. Gleichzeitig werden durch die Schließung der Werk- und Förderstätten nun mehr Personalkapazitäten in den Wohnheimen benötigt. „Wir planen und agieren hier einrichtungsübergreifend. So helfen derzeit schon Kolleginnen und Kollegen aus dem Therapiebereich in mehreren Wohnheimen aus, da deren Förderungen ausgesetzt sind “, erklärt Ralf Grath, dritter Teil des Geschäftsführungs-Trio, den internen Austausch von Mitarbeitern. Dennoch eine hoher Aufwand für die Lebenshilfe, denn absehbar ist, dass die stationären Wohnformen die einzigen Einrichtungen bleiben, die trotz Corona-Epidemie ihren Betrieb aufrechterhalten werden. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten dort aufgrund des Fachkräftemangels bereits einen immensen Einsatz, nun kommt noch Corona hinzu. Wir sind tief beeindruckt von diesem Engagement“, zeigt sich Claudia Kintrup dankbar für den großen Einsatz der Lebenshilfe-Mitarbeiter.

Welche Auswirkungen diese Krisensituation für die Lebenshilfe Ostallgäu und die Wertachtal-Werkstätten hat, sei laut Geschäftsführer Klaus Prestele noch nicht absehbar. „Es wird viel Zeit benötigen, bis wir uns vor allem finanziell wieder erholen werden. Um alle Angebote auch zukünftig erhalten zu können, sind wir verstärkt auf Spenden angewiesen.“

Eine Allgemeinverfügung des Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege zur weitgehenden Schließung der Werk- und Förderstätten ist mittlerweile in Kraft getreten, die nun auch online abrufbar ist:

https://www.stmgp.bayern.de/wp-content/uploads/2020/03/20200317_allgemeinverfuegung_stmgp_wfbm.pdf

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