Neugablonz – Machs ock gutt! Das Allgäu hält zusammen für Vielfalt und Demokratie

Protestkundgebung auf dem Neuen Markt in Neugablonz zum Besuch von AfD-Politiker Björn Höcke. Zahlreiche Persönlichkeiten und Gruppierungen aus Kaufbeuren und dem Umland beteiligen sich am Programm der Kundgebung

Am Samstag, den 30.09.2023, findet von 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr auf dem Neuen Markt in Neugablonz eine angemeldete Versammlung statt, die zeigen soll, wie bunt und vielfältig der Stadtteil Neugablonz, die Stadt Kaufbeuren und das gesamte Allgäu sind.

Schon im letzten Jahr haben die Bewohnerinnen und Bewohner von Kaufbeurens größtem Stadtteil gezeigt, wie vielfältig und bunt Neugablonz ist. Beim „Neugabiläum“ wurden damals „75+1 Jahre“ seit Stadtteilgründung gefeiert. Auf dem Trümmergelände der Dynamit AG haben die vertriebenen Sudetendeutschen damals eine neue Heimat gefunden und hervorragende Aufbauarbeit geleistet, bereichert wurde der Stadtteil dann aber in den 60er und 70er Jahren durch die sog. Gastarbeiter aus Italien, Spanien und Griechenland, etwas später kamen die Türken hinzu.

Mit der deutschen Einheit wurden dann auch vermehrt die Aussiedler aus Osteuropa und Russland in Gablonz sesshaft, zuletzt gab es einen Zuzug der 2015er Flüchtlinge und der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine. Neugablonz war aus seiner Historie hinaus immer ein „Ort des Ankommens“! 114 Nationen leben hier mittlerweile friedlich zusammen.

Bei seinem Besuch der Festlichkeiten vor einem Jahr würdigte der Alt-Bundespräsident Joachim Gauck Neugablonz als ein „Beispiel gelungener Integration“, er mahnte damals aber auch schon vor Tendenzen, bei denen der eine sich als den besseren Bürger sehen würde, als sein Gegenüber. „Keine Toleranz mit den Intoleranten“ waren seine Worte und mit diesen schrieb er den Stadtteilbewohnern ein Vermächtnis ins Stammbuch.

Ein Jahr nach Gauck wird Neugablonz nun von dem AfD-Politiker Björn Höcke besucht. Da dieser mit dem Thüringischen Landesverband der AfD vom Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft wird, soll es an jenem Tag eine Protestkundgebung auf dem Neuen Markt in Neugablonz geben. „Wir wollen ein Fest für die Demokratie und die Vielfalt organisieren“ so die Veranstalter.

Hierzu wird eine Bühne auf dem Neuen Markt aufgebaut werden, auf der zwischen 10:00 und 14:00 Uhr ein buntes Programm stattfinden wird. Es wechseln sich dabei die unterschiedlichsten Musikgruppen und Künstler ab. Von Blasmusik bis Opernsängerin, von Jazz-Bigband bis Punk-Band ist alles dabei.

Die musikalischen Beiträge, die im 15-Minuten-Takt stattfinden sollen, werden unterbrochen durch verschiedenste Podien, die mit kurzen Statements Stellung zu unterschiedlichsten Themen nehmen werden. Die Rolle der Frau und das Familienbild spielen hierbei genauso eine Rolle, wie Religionen, es wird aber auch über die Rolle der Kultur, Antidiskriminierung und Inklusion gehen, um nur einige zu nennen.

„Wir sind höchst erfreut, wie viele Persönlichkeiten und Gruppierungen aus Kaufbeuren und dem Umland sich beteiligen werden!“, so Monika Schmauch und Erik Laux, die das 4stündige Event auf dem Neuen Markt moderieren werden.

Organisiert wird die Veranstaltung vom „Bündnis gegen Höcke“, das sich speziell für diesen Tag gefunden hat. Das schon seit 2018 bestehende „Bündnis gegen Rechts“ konnte durch Einzelpersönlichkeiten, Organisationen, Parteienvertreter, Vereine und Religionsgemeinschaften erweitert werden und im guten Miteinander wurde eine wohl einzigartige Versammlung organisiert.

Dazu war es nötig, sich kennenzulernen und auch den ein oder anderen Vorbehalt zu überwinden. Die Organisatoren wissen, dass nicht jede Aktion und jeder Auftritt jedem Besucher gefallen wird, aber es zählt am 30. September 2023 „Gesicht zu zeigen!“ Die Veranstalter weisen darauf hin, dass man auch mit offenen Fragen und Kritik zu diesem Demokratie-Treffen kommen darf. „Wir wollen die Welt nicht beschönigen, denn viele Menschen haben im Moment Sorgen und fragen sich, wie es weitergeht? Der Krieg in der Ukraine, die Zuwanderung, die Wohnungsnot, Inflation und Klimaveränderungen lassen auch uns im Vorbereitungsteam nicht kalt. Doch eint uns, dass wir nicht zulassen wollen, dass Björn Höcke mit seinen Parolen Neugablonz verändert!“

In den letzten Tagen haben sich auch viele Senioren bei den Verantwortlichen gemeldet, die am 30. September zu der Kundgebung kommen wollen, um vor dem zu warnen, was sie selbst noch als Kinder erlebt haben. Sätze wie „So schlimm wird es schon nicht werden!“ sind noch aus den 30er Jahren bekannt und eine Warnung davor, eine Partei nur aus Protest zu wählen. Da es auf dem Neuen Markt keine Bestuhlung geben wird, weisen die Veranstalter auf die Möglichkeit zum Mitbringen von Sitzkissen für die älteren Stadtteilbewohner*innen hin. Auf der Umrandung des erhöhten Platzes könne man so Platz finden.

Des Weiteren bitten die Organisatoren darum, auf das Mitbringen von Glasflaschen zu verzichten. Der ganze Tag soll friedlich verlaufen und so loben die Veranstaltungsleiter die gute Zusammenarbeit mit den Ordnungsbehörden.

Den Titel „Neugablonz – machs ock gutt!“ haben die Veranstalter übrigens auf Grund einer gewissen Doppeldeutigkeit gewählt. Zum einen soll es der Stadtteil in seiner Zukunft wirklich gut machen: Zusammenstehen und niemanden ausgrenzen, weiterhin eine Stadt des Ankommens sein! Zum anderen ist die Grußformel aber auch beim Abschied gebräuchlich: „Höcke – machs gutt“ heißt also auch ganz klar: Fahr nach Hause, Rechtsextreme wie Dich brauchen wir in unserem schönen Allgäu nicht!“

Weitere Informationen finden alle Interessierten auf der Instagram-Site: „kaufbeurengegenrechts“ oder auf facebook unter: „Gemeinsam gegen Rechts Kaufbeuren/OAL

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