Krankenstand in Kaufbeuren liegt über dem Bayernschnitt, der Landkreis Ostallgäu darunter

Die aktuelle Auswertung der AOK zum Krankenstand für 2016 zeigt: In Bereich der kreisfreien Stadt Kaufbeuren sind AOK-versicherte Arbeitnehmer kränker als im bayernweiten Vergleich.

Grafik: AOK

Mit 5,0 Prozent liegt der Krankenstand über dem Bayernwert von 4,6 Prozent. Im Landkreis Ostallgäu liegt er mit 4,4 % darunter. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich in beiden Gebieten weniger Beschäftigte krank gemeldet (KF 2015: 5,1 % - OAL: 4,6 %).

Atemwegserkrankungen waren der häufigste Grund für eine Krankschreibung. 54 Krankmeldungen je 100 erwerbstätige AOK-Mitglieder gab es im vergangenen Jahr wegen dieser Krankheitsart in Kaufbeuren, 40 im Ostallgäu. An zweiter Stelle lagen bei den AU-Fällen die Muskel-/Skeletterkrankungen mit 35 in Kaufbeuren und 28 je 100 Versicherte im Ostallgäu.

„Geht es dagegen um die Dauer der Erkrankung, so verursachen Muskel- und Skeletterkrankungen von allen Krankheitsarten immer noch die längsten Arbeitsunfähigkeitszeiten“, so Angelika Fischer, Koordinatorin für Betriebliche Gesundheitsförderung bei der AOK Direktion Kaufbeuren-Ostallgäu. Statistisch gesehen war deswegen 2016 jeder AOK-versicherte Arbeitnehmer in Kaufbeuren und dem Ostallgäu 5,5 Tage krank geschrieben. 3,0 Fehltage ergaben sich in Kaufbeuren aus Atemwegserkrankungen, 2,3 Tage im Ostallgäu. Insgesamt war im Freistaat durchschnittlich jeder AOK-versicherte Arbeitnehmer 16,9 Kalendertage krank, in Kaufbeuren 18,3 und im Landkreis Ostallgäu 16,2 Tage.

Unverändert gibt es in Bayern ein deutliches Nord-Süd-Gefälle: Während in Oberfranken der Krankenstand mit 5,4 Prozent am höchsten war, betrug er in Oberbayern lediglich 4,1 Prozent. In Schwaben lag er bei 4,7 Prozent. Die Ursachen hierfür: Nordbayerische Unternehmen haben deutlich ältere Belegschaften. Oberbayerische Arbeitgeber dagegen profitieren von einem starken Zuzug jüngerer Arbeitnehmer.

„Um arbeitsbedingte Erkrankungen zu vermeiden, unterstützen wir Unternehmen aus unserer Region beim betrieblichen Gesundheitsmanagement“, so Angelika Fischer. Allein im AOK-Direktionsbereich Kaufbeuren-Ostallgäu nutzen jährlich fast 60 Unternehmen diesen Service. Bayernweit waren es allein im letzten Jahr mehr als 3.200 Unternehmen. Dabei zählte etwa jedes dritte Unternehmen zum verarbeitenden Gewerbe, jedes sechste Unternehmen gehörte der Gesundheits- und Sozialbranche an. Vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen profitieren von individuellen Angeboten für einen gesunden Arbeitsplatz. Über 40 Prozent der Unternehmen mit langfristigen Projekten zur Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) beschäftigen weniger als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die AOK Bayern stemmte damit mehr als jedes fünfte BGF-Projekt der gesetzlichen Krankenkassen bezogen auf ganz Deutschland.

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