Kaufbeurer Lehrerin trifft Bundesbankpräsident Dr. Jens Weidmann

Ein persönlicher Bericht von Marion Böhmer-Kistler, Lehrerin und Fachbetreuerin Wirtschaft II an der FOS und BOS Kaufbeuren

Foto: Frank Rumpenhorst, Deutsche Bundesbank

Kaufbeurer Lehrerin trifft Bundesbankpräsident Dr. Jens Weidmann

Ein persönlicher Bericht von Marion Böhmer-Kistler, Lehrerin und Fachbetreuerin Wirtschaft II an der FOS und BOS Kaufbeuren

Was würden Sie den Präsidenten der Deutschen Bundesbank fragen, wenn Sie ihn träfen? Diese Frage stellte sich auch mir, als ich im November eine Einladung der Bundesbank - Hauptverwaltung in Bayern mit Sitz in München zur Veranstaltung „Weidmann trifft Lehrerinnen und Lehrer“ erhielt, die seit 2013 nunmehr zum fünften Mal stattfand.

So erhielt ich als Lehrerin und Fachbetreuerin Wirtschaft II der Beruflichen Oberschule Kaufbeuren die Gelegenheit, durch eine hochkarätige Fortbildung gezielt über Auftrag und Rolle der Notenbanken in der Wirtschaft informiert zu werden und so vertieftes Wissen über die Arbeit der Bundesbank in meine Schule zu tragen.

Als eine von 30 Lehrerinnen und Lehrern aus dem ganzen Bundesgebiet reiste ich so im März nach Frankfurt um dort Dr. Jens Weidmann zu treffen. Die Lehrkräfte trafen sich bereits am Vorabend bei einem Abendessen, zum gemeinsamen Kennenlernen und zum Austausch mit Vertretern des Bereichs Ökonomische Bildung der Deutschen Bundesbank über aktuelle geldpolitischen Fragen aber auch über die ökonomischen Bildungsangebote in den unterschiedlichen Bundesländern.

Absoluter Höhepunkt der Veranstaltung war natürlich das Treffen mit Präsident Dr. Jens Weidmann, der sich am nächsten Tag mit uns Lehrerinnen und Lehrern zu einem rund zweistündigen Gedankenaustausch im Gästehaus der Bundesbank traf. Dass ihm die ökonomische Bildung am Herzen liegt, machte der Bundesbankpräsident in seiner Ansprache deutlich. Vor allem in der Altersgruppe der unter 30-Jährigen sei das Wissen über Wirtschafts- und Notenbankthemen nicht sehr verbreitet, sagte Weidmann. Diese Entwicklung, die er unter anderem auf das geänderte Mediennutzungsverhalten dieser Generation zurückführe bereitet ihm Sorgen: "Die Zeitung, bei der man auf dem Weg zum Sportteil auch mal am Wirtschaftsteil vorbeikommt, wird weniger gelesen. Dafür orientiert sich die jüngere Generation an Suchmaschinen, die direkt zum Ziel führen."

Die Bundesbank hat um die jüngere Generation besser zu erreichen unter anderem ihr Internet-Angebot modernisiert und ist jetzt auch in den sozialen Medien präsent.  Daneben führt die Bundesbank auch Seminare für Lehrerinnen und Lehrer  durch – und  natürlich zahlreiche Vorträge vor Schulklassen. Weidmann betonte in seiner Rede auch die Bedeutung der stabilen Preise als Grundpfeiler unserer Wirtschaftsordnung.

Nach der Rede stand Dr. Weidmann uns Lehrkräften in einer zweistündigen Fragerunde Rede und Antwort. Im Mittelpunkt der Diskussion standen  dabei neben den Staatsanleihekäufen des Eurosystems  auch die TARGET2-Salden und die Möglichkeiten der deutschen G20-Präsidentschaft. Dabei durften wir einen sehr sympathischen und auskunftsfreudigen Bundesbankpräsidenten „zum Anfassen“ erleben, der im Anschluss an das Gespräch sogar noch einen Kaffee mit den Teilnehmern trank.

Im Anschluss an die Fragerunde durften wir zwar nicht die deutschen Goldreserven besichtigen, aber das neu gestaltete und sehr informative Geldmuseum. Nach der Mittagspause erläuterten uns Experten des Zentralbereichs Ökonomische Bildung (ÖB), den Teilnehmern die Bildungsangebote der Bundesbank. Ebenfalls diskutierten wurden Anregungen und Wünsche zu weiteren Bildungsthemen.

Im Übrigen fragte ich den Bundesbankpräsidenten, ob er hinsichtlich der politischen und ökonomischen Entwicklungen in Europa noch Chancen für ein sogenanntes Maastricht 2.0 sieht, wenn die Regierungen im Euroraum, das derzeitige Niedrigzinsniveau schon nicht zur Haushaltssanierung und für Reformen nutzen. Dies wird laut Dr. Weidmann wohl gerade europaweit diskutiert.

Text: Marion Böhmer-Kistler

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