Kaufbeuren - Vortrag über Probleme geflüchteter Frauen

Unter dem Titel „Frauen auf der Flucht – Frauenspezifische Fluchtursachen und Probleme geflüchteter Frauen“ referierte Juliane von Krause in der Volkshochschule Kaufbeuren

Unter dem Titel „Frauen auf der Flucht – Frauenspezifische Fluchtursachen und Probleme geflüchteter Frauen“ referierte Juliane von Krause in der Volkshochschule Kaufbeuren. Foto: Michael Rösch
Foto: Michael Rösch

Das Bündnis für Flüchtlinge Kaufbeuren Ostallgäu und Umgebung hatte zusammen mit dem Arbeitskreis Asyl, dem Deutschen Evangelischen Frauenbund Kaufbeuren, dem Katholischen Deutschen Frauenbund Herz Jesu, St. Dionysius und St. Peter und Paul Kaufbeuren, dem Frauen Forum Kaufbeuren und der Abteilung Gleichstellung und Familie der Stadt Kaufbeuren zu diesem wenig beachteten Thema eingeladen.

Günter Kamleiter begrüßte die Zuhörer der Veranstaltung, die vom Integrationsbeirat der Stadt Kaufbeuren gefördert wurde. Mit den Worten „gerade in Zeiten, wo viele der Flüchtlinge in Kaufbeuren und damit auch die Ehrenamtlichen mit den Problemen der Integration einerseits und denen der Abschiebung andererseits konfrontiert sind, ist es gut, auch über die speziellen Fluchtprobleme von Frauen näher informiert zu sein, um darauf besser eingehen zu können“ übergab er das Wort an die Referentin.

Juliane von Krause, studierte Ethnologin mit Schwerpunkt Afrika, Geschäftsführerin von Jadwiga (Fachberatungsstelle für Opfer des Frauenhandels) und langjähriges, führendes Mitglied bei Terre des Femmes, konnte die erwartungsvollen Zuhörer nachhaltig informieren.

Der weit gespannte Bogen ging von Frauenspezifischen Fluchtursachen über die meist sehr traumatische Flucht, bis zum Ankommen in einem fremden Land mit völlig neuen Herausforderungen. Da Juliane von Krause selbst aktiv mit geflüchteten Frauen bei Jadwiga arbeitet, wurde der Vortag durch die vielen eingeflochtenen Geschichten zu einer spannenden Reise.

„Flucht bedeutet Erfahrung von Ausgeliefert sein und Verlust von Identität“, erklärte von Krause. „Das kann zu Depressionen, Vergesslichkeit, Psychosomatischen Beschwerden, Lernschwierigkeiten und Panikattacken führen.“

Warum fliehen dann Frauen? Viele kommen mit ihren Familien aus Kriegs- und Krisengebieten, andere flüchten, um einer Zwangsheirat, häuslicher Gewalt, mangelnder Chancengleichheit und Schulbildung oder Beschneidung zu entgehen. Wieder andere kommen aufgrund falscher Versprechen. „Man geht davon aus, dass 80 % der momentan in Italien ankommenden Frauen aus Nigeria sich prostituieren lassen müssen“ wies von Krause hin.

Ein ausführliches Kapitel widmete von Krause dem Thema Beschneidung, mit dem auch viele Ärzte vor Ort plötzlich konfrontiert sind. Leider gibt es bisher viel zu wenige Beratungsstellen. Und dieses Thema unterliegt einem absoluten Tabu.

Ein weiterer Punkt war die Zwangsheirat, die in vielen Herkunftsländern praktiziert wird, in Deutschland aber gesetzeswidrig ist. Zwei Tage nach dem Vortrag verabschiedete der Bundestag ein neues Gesetzt das Frühehen verbietet – egal ob im Ausland oder in Deutschland geschlossen.

Abschließend widmete sich die Referentin den Aspekten, die geflüchtete Frauen helfen. Vieles geschieht in Kaufbeuren von Seiten der Stadt und der Bevölkerung, zum Beispiel die Informationen über Gepflogenheiten, Rechte, ärztliche Versorgung, Bereitstellung von Wohnraum und Sprachkurse. Es gibt nach wie vor genügend Bedarf an Unterstützung und Hilfe. Momentan plant der Arbeitskreis Asyl Kaufbeuren einen Frauentreff in der Neugablonzer Straße 96 und sucht hierfür noch Frauen, die mitmachen wollen.
 

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