Quelle: ESV Kaufbeuren /

Philippe Bader

ESVK mit erfolgreichem Start in die Vorbereitung

Heimpremiere 2020/2021 vor 887 Zuschauern gelungen - Branden Gracel trifft beim 10:0 Erfolg im Allgäu Derby vierfach

Freitag, 09.10.2020 in Kaufbeuren

Foto: Benjamin Lahr
Foto: Benjamin Lahr

ENDLICH! Nach langer Zwangspause gab es am Freitagabend wieder Profi-Eishockey in der erdgas schwaben arena zu sehen und das immerhin vor 867 hockeyhungrigen Fans. Im Rahmen der Vorbereitung auf die neue Saison, stand mit dem Spiel ESV Kaufbeuren gegen EV Füssen direkt ein Klassiker auf dem Programm. Viel hatte sich getan in den vergangenen Monaten und Paukenschläge wie Neu-Trainer Rob Pallin, das Sturmduo Tyler Spurgeon und John Lammers, sowie die kurzfristige Rückkehr von ESVK Urgestein Patrick Reimer, wurden natürlich mit besonders großer Spannung erwartet.

Es kommt kurz Gänsehautstimmung auf, als die Scheibe nach langer Abwesenheit wieder über das Kaufbeurer Eis rutscht und der Oberligist aus Füssen macht direkt klar, dass er sich für dieses Testspiel einiges vorgenommen hat. Samuel Payeur prüft nach zwei Minuten als Erster den Kaufbeurer Keeper Stefan Vajs mit einem verdeckten Schuss. Kurz darauf scheitert Marc Besl im Trikot des EVF beim Torabschluss, ehe Max Oswald die erste Kaufbeurer Torchance an die Schoner von Benedikt Hötzinger abschließt. Fünf Minuten sind gespielt und auf dem Eis findet nun ein offener Schlagabtausch statt. Philip Krauß setzt die Scheibe knapp an Stefan Vajs vorbei an das Außennetz, Sami Blomqvist und Tyler Spurgeon finden im Gegenzug ihren Meister im Schlussmann der Gäste. Jetzt leichte Vorteile für die Hausherren, die zweite Sturmreihe mit John Lammers, Tyler Spurgeon und Patrick Reimer setzen sich im Angriffsdrittel fest, aber Benedikt Hötzinger hält seinen Kasten sauber. Auf der Gegenseite sorgt erst Marc Besl für Betrieb vor dem Tor und in der neunten Spielminute klingelt es dann im ESVK Tor. Philip Krauß wird von Lubos Velebny auf die Reise geschickt und setzt die Scheibe aus spitzem Winkel unter die Latte zur 0:1 Führung für die Gäste. Bei den Jokern stimmt es oftmals noch nicht in der Abstimmung und so bringt auch das erste Überzahlspiel nichts Nennenswertes ein. Besser macht es der EVF bei seinem ersten Powerplay, die Gäste wirken eingespielter und nehmen Stefan Vajs ordentlich unter Beschuss, der hält in dieser Phase aber stark. In den letzten Minuten des ersten Drittels kommen die Rotgelben dann wenigstens noch zu einigen guten Abschlüssen, aber Tobi Wörle und Branden Gracel ziehen jeweils knapp am Gehäuse vorbei. Somit geht es etwas überraschend mit 0:1 zum Pausentee.

Und weiter geht es mit Drittel Zwei, in dem auch wieder der Eislaufverein aus Füssen den besseren Start erwischt, Marco Deubler trifft aber freistehend nur am Tor vorbei. Dann die bisher schönste Kombination der Joker, John Lammers bringt die Scheibe auf den zentral positionierten Tobi Wörle, aber wieder ist bei Hötzinger Endstation. Kurz darauf rutscht die Scheibe nach einem Ketterer Schuss von der Blauen Linie durch die Schoner des Füssener Keepers, trudelt aber nur an den Pfosten. Ein Weckruf für die Hausherren, die die Schlagzahl jetzt deutlich erhöhen. Das zahlt sich in Minute 27 endlich aus, Tyler Spurgeon legt ab auf John Lammers, von dort geht es weiter auf Patrick Reimer und der vernascht Benedikt Hötzinger mit zwei schnellen Bewegungen unhaltbar mit der Rückhand. Nach dem Ausgleich nun der ESVK klar am Drücker und die Gäste wissen sich nur mit unfairen Mitteln zu helfen, wodurch die Joker zu einer doppelten Überzahl kommen. Die Scheibe läuft wie am Schnürchen, Patrick Reimer zieht ab, der Schuss wird in die Mitte vor die Füße von Tyler Spurgeon abgewehrt, der trocken zur 2:1 Führung in der 30. Minute einnetzt. Die Wertachstädter setzen direkt nach, Tyler Spurgeon zeigt seine enorme Stärke am Bullypunkt und gewinnt dort jede Scheibe. In dieser Phase der Kaufbeurer Überlegenheit fällt der Ausgleich der Füssener. Philip Krauß, der von Kaufbeuren mit einer Förderlizenz ausgestattet in den Farben der Gäste aufläuft, erwischt bisher einen echten Sahnetag. Antrittsstark tankt er sich bis vor das Tor von Stefan Vajs und lässt diesem keine Abwehrchance. Im Anschluss steht Florian Stauder plötzlich völlig frei vor dem Kaufbeurer Tor scheitert aber knapp. Im direkten Gegenstoß schnappt sich Branden Gracel das freiliegende Hartgummi im Angriffsdrittel, zieht in Mitte und schiebt zur erneuten Joker-Führung ein. Wieder antworten die Gäste mit Topchancen und Stefan Vajs hat alle Hände voll zu tun. Kurz vor der Sirene erhöhen die Hausherren aber auf 4:2. Julian Eichinger passt die Scheibe schön auf den am kurzen Pfosten lauernden John Lammers und der versenkt humorlos. Mit der Zwei Tore Führung geht es für den ESV in die Pause.

Körperbetonter Start der Rotgelben in das Schlussdrittel, die Checks werden zu Ende gefahren und dass obwohl man in Unterzahl beginnen muss. Eine anschließende Überzahl für Kaufbeuren bleibt ohne nennenswerte Aktionen, insgesamt wird es aber zusehendes ruppiger auf dem Eis. Die Folge sind einige Strafzeiten. Lubos Velebny sorgt in der 46. Minuten endlich einmal wieder für einen Torabschluss, hämmert den Puck aber knapp am ESVK Kasten vorbei. Dann eine unschöne Szene, Samuel Payeur trifft bei seinem Check den Kopf von Max Oswald, der glücklicherweise aus eigener Kraft wieder aufstehen kann und kassiert dafür eine 2+10 Minuten Strafe. Der EVF also weiter geschwächt und der ESVK jetzt mit viel Scheibenbesitz. Tobi Wörle und Max Lukes erspielen sich immer wieder Topchancen, scheitern aber letztlich am hervorragenden Benedikt Hötzinger, oder an sich selbst. Wieder Powerplay für Rotgelb und John Lammers und Tyler Spurgeon zeigen, dass sie nicht zum ersten Mal nebeneinander stürmen und lassen die Scheibe sehr gut laufen, dadurch kommt Neu-Kapitän Alex Thiel frei zum Schuss und erneut ist es der EVF Schlussmann der seine Mannschaft im Spiel hält. Die Füssener, in Person von Marco Deubler, kommen Ihrerseits zu einer Entlastung, als er sich die Scheibe im Kaufbeurer Drittel erkämpft, auf Stefan Vajs läuft, dabei aber zweiter Sieger bleibt. Die Rotgelben formieren im Anschluss einmal mehr ihre Überzahlformation, der Schuss von Reimer geht an die Torlatte, findet von dort den Weg zu Alex Thiel der ebenfalls direkt abzieht, Tyler Spurgeon fälscht ab und es steht 5:2 nach 53 gespielten Minuten. Vier Minuten später gelingt dem 46jährigen Oldie der Füssener, Eric Nadeau, fast der Anschlusstreffer, aber er trifft nur das Außennetz. Jetzt dreht die erste Reihe der Joker noch mal auf und kombiniert sich sehenswert in den Slot, doch auch Sami Blomqvist muss erfahren, dass Benedikt Hötzinger an diesem Abend nicht so leicht zu überwinden ist. Kurz vor Ende schon wieder Überzahl für die Gastgeber, Julian Eichinger lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, spielt in allerletzter Sekunde einen Pass auf John Lammers, der direkt zum 6:2 Endstand für Kaufbeuren verwandelt. Ein absolut unterhaltsames Testspiel, zwischen alten Bekannten geht zu Ende. Endlich wieder Eishockey.

Sonntag, 11.10.2020 in Füssen

Zwei Tage nach dem ersten Aufeinandertreffen zwischen dem ESV Kaufbeuren und dem EV Füssen in der erdgas schwaben arena, kam es am heutigen Sonntagabend zum Rückspiel im Bundesleistungszentrum in Füssen. ESVK Trainer Rob Pallin nahm gegenüber dem 6:2 Erfolg am Freitag in Kaufbeuren im Kader nur zwei Änderungen vor. Jan Dalgic stand für Stefan Vajs zwischen den Pfosten und Markus Schweiger war mit der U20 Mannschaft in Ingolstadt am Start.

Die Gastgeber aus Füssen starteten druckvoll in die Partie im heimischen BLZ und bereits nach weniger als einer Minute musste Dalgic im Kasten sein Können beweisen und eine gute Möglichkeit des EVF entschärfen. Doch bereits der erste ernstzunehmende Angriff der Joker führt zum frühen 0:1. Branden Gracel kam aus halbrechter Position zum Abschluss und vollendete im Kreuzeck des von Andreas Jorde gehüteten Tors der Füssener. Nur wenige Augenblicke später setzten sich die Joker erneut im gegnerischen Drittel fest und nachdem John Lammers eine 100%ige Torchance noch liegen ließ, hämmerte Fabian Koziol von der Blauen Linie die Scheibe ansatzlos ins rechte obere Kreuzeck. Zu diesem Zeitpunkt waren noch keine 2 Minuten gespielt. Wenig später war es erneut John Lammers mit einer guten Möglichkeit, Andreas Jorde musste prallen lassen und dann war Alex Thiel mit dem 3:0 zur Stelle. In der 6. Minute war es dann der EVF der sich kurzzeitig im gegnerischen Drittel festsetzen konnte und nach einem Fehler der ESVK-Verteidigung hinter dem eigenen Tor stand plötzlich ein Gegner allein vor Jan Dalgic der aber erneut klasse parieren konnte. In der Folge war der ESVK aber wieder die spielbestimmende Mannschaft und der Klassenunterschied der beiden Allgäuer Traditionsvereine war immer deutlicher zu spüren. Gerade im Umschaltspiel zeigten sich die Joker in starker Frühform und brachten den Gegner aus Füssen so immer wieder in schwierige Situationen. Eine dieser Situationen machte sich dann Patrick Reimer zu nutze, der aus halblinker Position den Puck zum 4:0 im gegnerischen Kasten unterbrachte. Was folgte, war eine Auszeit von Füssen-Coach Becherer begleitet mit einem Torwartwechsel. (13. Minute) Für Jorde stand ab jetzt Benedikt Hötzinger im Kasten, der schon am Freitag beim Spiel in Kaufbeuren stark gehalten hatte. Aber auch im Anschluss konnte sich der EVF nur mit sporadischen Entlastungsangriffen wehren und aus eben solch einem Enstand ein Alleingang von Stauder, den Koziol nur meinem Foul entschärfen konnte. Die Folge: Dem EVF wurde ein Penalty zugesprochen, den der gefoulte selber Schoss, Jan Dalgic konnte aber gekonnt abwehren. Wenige Zeigerumdrehungen später war es dann Joey Lewis, der seine Farben völlig verdient mit 5:0 in Front brachte. Vorausgegangen war dem Treffer ein toller Pass von Sami Blomqvist, der einen Mitspieler mustergültig in Szene setzte.

Das zweite Drittel ist schnell erzählt. Der ESVK war weiterhin deutlich überlegen, ließ Scheibe und Gegner laufen und steht in der Defensive stabil. Alleine die Torchancen wurden nicht mehr in der gleichen Konsequenz, wie noch im ersten Drittel genutzt. Was auch daran lag, dass die Joker etwas das Tempo rausnahmen und vor dem Tor deutlich verspielter agierten. Einzig Branden Gracel war in diesem Abschnitt ein Treffer vergönnt. Der Kanadier arbeitete die Scheibe im Nachschuss über die Linie. Die zweite Pause wurde dann nach 36 gespielten Minuten vorgezogen. Der Grund dafür war, dass das Tor vor der Heimkurve der schwarz-gelben, mehrfach aus der Verankerung rutschte, ohne dass Torhüter Benedikt Hötzinger dafür verantwortlich gemacht werden konnte. Die vorgezogene Pause sollte genutzt werden, um das Tor wieder zu stabilisieren. Was glücklicherweise auch gelang.

Im letzten Drittel zeigten die Kaufbeurer nochmals ihre spielerische Klasse und schossen vier weitere Tore, und dabei war eines schöner wie das andere. In der 43. Spielminute schloss Branden Gracel einen tolle Kombination mit einem trockenen Schuss in den Winkel zum 0:7 ab und machte damit seinen Hattrick perfekt. Den nächsten sehenswerten Treffer erzielte in Minute 46 Patrick Reimer, der in Überzahl eine schnelle Passstafette über Alexander Thiel und John Lammers mit einem wuchtigen Direktschuss in den Winkel zum 0:8 abschloss. Zwei Minuten später landete die Scheibe erneut im Kasten von Benedikt Hötzinger und wiederum war der Schlussmann des Oberligisten völlig machtlos. Alexander Thiel konnte nach schnellen Pässen von Tyler Spurgeon und John Lammers problemlos zum 0:9 einschießen. Keine 60 Sekunden später stellte Branden Gracel sogar auf 0:10. Dabei nutze der Kanadier einen Pass von Patrick Reimer in den Slot eiskalt aus und markierte somit sogar seinen vierten Treffer an diesem Abend. Die Joker vergaben noch weitere Chancen und hätten durchaus noch das eine oder andere Tor erzielen können. Auf der anderen Seite aber, zeichnete sich Jan Dalgic auch mit einem paar tollen Paraden aus und verdiente sich seinen Shutout auch wirklich zu 100 Prozent.

ESVK Trainer Rob Pallin zu den beiden Spielen am Wochenende: „ Wir haben, bis auf das erste Drittel am Freitag, in beiden Spielen eine gute Leistung gezeigt. Was die Mannschaft nach vier Tagen hartem Training gezeigt hat, hat mir insgesamt auch schon gut gefallen. Dabei ergänzte der neue Coach der Joker abschließend noch: „ Torhüter Jan Dalgic hat heute sehr gut gespielt und sich seinen Shutout regelrecht verdient.“

Für die Joker geht es dann am kommenden Wochenende mit dem Get-Ready-Cup weiter. Am Freitag gastieren die Wertachstädter bei den Bietigheim Steelers, ehe am Sonntag um 18:00 Uhr die Steelers zum Rückspiel in der erdgas schwaben arena antreten.

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