Quelle: VR Bank Augsburg-Ostallgäu eG / Klaus Lochbronner

Digitaler Fachvortrag der VR Bank — nicht nur für Landwirte interessant

Lohnt sich die alte PV-Anlage noch?

Foto: VR Bank/Markus Neubauer. Vor der Kamera: Josef Huber (Fachberater für erneuerbare Energien bei C.A.R.M.E.N. e.V.)
Foto: VR Bank/Markus Neubauer. Vor der Kamera: Josef Huber (Fachberater für erneuerbare Energien bei C.A.R.M.E.N. e.V.)

Eigentlich lädt die VR Bank Augsburg-Ostallgäu ihre land- und forstwirtschaftlichen Kunden alle zwei Jahre zum Landwirtschaftsforum nach Marktoberdorf in das FendtForum ein. Eigentlich. Denn coronabedingt konnte die für dieses Jahr geplante Veranstaltung nicht wie gewohnt stattfinden. Doch auf topaktuelle Informationen mussten die Kunden der VR Bank dennoch nicht verzichten. Als Alternative zur Präsenzveranstaltung fand nun vor kurzem eine digitale Veranstaltung zur auslaufenden EEG-Förderung für Photovoltaik- und Biogasanlagen statt. „Da zum Jahreswechsel für die ersten Anlagen die feste Einspeisevergütung endet, wollten wir unseren Kunden Alternativen aufzeigen, wie es danach weitergehen kann,“ sagt Dr. Hermann Starnecker, Vorstandssprecher der VR Bank. Gesendet wurde der Fachvortrag via Internet-Livestream aus den Räumen der VR Bank in Kaufbeuren. Damit kommt die Bank mittlerweile auf fünf digitale Veranstaltungen in diesem Jahr.

Über 100 interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten den Ausführungen des Referenten Josef Huber. Dieser beschäftigt sich tagtäglich mit der „Energie vor Ort“, denn Huber ist Fachberater für Erneuerbare Energien beim Verein C.A.R.M.E.N., der Koordinierungsstelle für Nachwachsende Rohstoffe in Bayern und darüber hinaus in der Projektgruppe „LandSchafftEnergie“ des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie tätig.

Wenn eine PV- oder Biogasanlage bis Ende 2000 in Betrieb genommen wurde, läuft die Förderung nach dem Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) am 31. Dezember 2020 aus. Insbesondere jene Photovoltaik-Pioniere der ersten Stunde, deren Anlagen jetzt 20 Jahre alt werden, dürfte zunehmend die Frage antreiben, wie mit den PV-Anlagen umzugehen ist, damit diese wirtschaftlich weiterbetrieben werden können. Laut dem Betreiber des Stromverteilnetzes in Bayerisch-Schwaben, der LEW-Verteilnetz GmbH, sind davon in den nächsten drei Jahren bayernweit immerhin mehr als 10.000 Anlagen betroffen.

Huber sieht in der Umrüstung der alten Anlage auf Eigenverbrauch in Verbindung mit einem Batteriespeicher eine mögliche Alternative. Allerdings müssten hier die Anschaffung der Batterie sowie etwaige Umrüstkosten in die Berechnungen mit einfließen. „Je nach Höhe der Investitionen rechnet sich das dann aber nicht mehr“, meint Huber. Einen positiven Einfluss auf die Rendite des Eigenverbrauchs hätte es jedoch, wenn mit dem eigenproduzierten Strom weitere Geräte wie z. B. Wärmepumpen oder E-Fahrzeuge mit Strom versorgt werden können. In jedem Fall rät Huber vorab zu einem System-Check, um zu überprüfen, ob die Anlage aus technischer Sicht noch für mehrere Jahre sinnvoll weiterbetrieben werden kann.

Ausgeförderte Anlagen haben laut dem EEG-Gesetz zwar weiterhin das Recht auf Netzanbindung, jedoch nur, wenn eine Abnahme des Stroms gesichert ist. „Der Strom kann dann zum Beispiel an ein Direktvermarktungsunternehmen verkauft werden, welches den Strom anschließend an der Strombörse vermarktet“. Für Huber macht dieses Modell jedoch nur bei großen Anlagen wirtschaftlich Sinn, denn auch hier müssen erhebliche Vorinvestitionen geleistet werden. Und auch hier gelte die Unsicherheit, wie lange die Altanlage noch ihren Dienst tut.

Laut Huber zeige sich bei den Biogasanlagen ein ähnliches Bild. Wobei hier der technische Zustand der Anlage noch viel stärker ins Gewicht falle. „Sind hier Investitionen verschleppt worden oder die Anlage weist Schäden auf, kann es ganz schnell unrentabel werden,“ so der Energieexperte.

Für kleinere Ü20-Anlagen sieht Energieexperte im Übrigen wenig Chancen auf einen wirtschaftlich sinnvollen Weiterbetrieb. „Da bin ich eher skeptisch,“ meint Huber und fügt hinzu: „Hier rate ich im Zweifel zu einer Neuanschaffung. Durch neue Module, moderne Wechselrichter und der Leistungsgarantie der Hersteller besteht hier einfach mehr Planungssicherheit.“

Letzten Endes, so das Fazit des Energie-Fachmanns, gebe es nicht das eine Patentrezept. Man müsse jeden Fall einzeln betrachten und durchrechnen. Huber empfiehlt jedem Betroffenen, sich hier umfassend beraten zu lassen und wirbt damit auch für die Informationsmöglichkeiten und Beratungsleistungen seines Hauses. Nach seinen Ausführungen konnte Huber noch auf zahlreiche Fragen aus dem Chat eingehen, ehe er vom stellvertretenden Vorstandssprecher Heinrich Stumpf verabschiedet wurde.

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