Quelle: Kaufbeuren-aktiv

Als Kommune ein „gutes Leben“ in jedem Alter ermöglichen

Kaufbeuren nimmt an Workshopreihe Stadtlabor teil

60 ist das neue 40: 60jährige können heute davon ausgehen, noch viele erfüllte und gesunde Jahre vor sich zu haben. Dazu kann zum einen jeder selbst mit einem gesunden und aktiven Lebensstil beitragen. Doch auch Städte und Gemeinden dürfen sich fragen, wie sie ihren Bürgerinnen und Bürgern ein gutes Leben ermöglichen können. Eine wichtige Aufgabe für Kommunen: denn nicht nur die Lebenserwartung steigt, sondern auch der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung.

„Wir können davon ausgehen, dass der demografische Wandel unsere Gesellschaft und damit unsere Art des Zusammenlebens spürbar verändern wird“, so Alfred Riermeier, Leiter des Kaufbeurer Jugend- und Familienreferates. „Wir haben als Stadtverwaltung den Anspruch darauf zukunftsweisend und nachhaltig zu reagieren.“ Darum habe man gerne die Einladung zur Workshopreihe „Stadtlabor demografische Zukunftschancen“ angenommen. Wie Riermeier ausführt, sei Kaufbeuren, auch aufgrund seiner langjährigen Erfahrung im Bereich gesellschaftliches Engagement angesprochen worden. „Bereits 2007 haben wir die Abteilung Kaufbeuren-aktiv eingerichtet. Sie beschäftigt sich intensiv mit der Förderung bürgerschaftlichen Engagements, also der Umsetzung von Ideen und Projekten von und mit Bürgern.“ Das entstandene Wissen könne man nun ins Stadtlabor einbringen.

Aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus fand der zweite Workshop mit dem Schwerpunkt Nachbarschaftshilfe kürzlich online statt. Das tat dem kollegialen Austausch und der Vermittlung wertvoller Expertenimpulse zum guten Leben im Alter jedoch laut Riermeier keinen Abbruch: „Ich sehe das Stadtlabor als Win-Win-Situation: Wir bringen unseren Erfahrungsschatz ein und lernen gleichzeitig am Beispiel anderer Kommunen.“ Dazu kämen weitere Anregungen durch die wissenschaftliche Begleitung anerkannter Expertinnen und Experten.

„Das Stadtlabor wurde von der Körber-Stiftung ins Leben gerufen, um die mit den demografischen Auswirkungen befassten Verantwortlichen in den Kommunen in den Austausch zu bringen. Die Stiftung beschäftigt sich intensiv mit dem Thema Bevölkerungsentwicklung und geht dabei beispielsweise Fragen nach, wie sich die Altersstruktur der Gesellschaft aktuell zusammensetzt und wie sie sich weiterentwickeln kann.“ Riermeier ist von dem Konzept überzeugt: „Es bilden sich wertvolle Kontakte, auch zu weiteren Stiftungen, woraus dann wieder konkrete Projekte in Kaufbeuren entstehen könnten. Ich bin froh, dass wir hier dabei sein dürfen. Es gibt bundesweit tatsächlich bislang nur wenige beteiligte Kommunen und Landkreise.“ Doch das Thema sei einfach enorm wichtig, insbesondere liegt uns als Stadtverwaltung auch ein gutes Miteinander zwischen Alt und Jung sehr am Herzen. Gerade die Coronazeit beweise eindringlich die Brisanz von Fragestellungen, wie man der um sich greifenden sozialen Isolation, also der Vereinsamung alleinlebender Seniorinnen und Senioren, entgegenwirken könne.

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