Ärztliche Versorgung in Kaufbeuren überdurchschnittlich gut

Zwei Statistiken belegen hohe Anzahl an Ärzten in der Region – Deutliche Verjüngung bei Kaufbeurer Hausärzten – Oberbürgermeister Bosse zeigt sich erfreut

Foto: Marketingagentur Tenambergen

Die ärztliche Versorgung in Kaufbeuren ist überdurchschnittlich hoch und für die Zukunft gut aufgestellt. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Versorgungsatlas der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (Stand August 2016). In der Erhebung wurde für den Planungsbereich Kaufbeuren bei der Versorgung mit Hausärzten ein Wert von 120 Prozent ermittelt. Ein Versorgungsgrad von 100 Prozent bedeutet, dass die Anzahl der tätigen Ärzte genau der laut Bedarfsplanungs-Richtlinie benötigten Mediziner entspricht. Rein statistisch bedeuten 120 Prozent also eine Überversorgung. Kaufbeuren liegt schwabenweit auf dem vierten Platz, hinter Oberstdorf mit 175 Prozent, Aichach mit 133 Prozent und Füssen mit 123 Prozent. Basis dieser Erhebung ist die sogenannte Bedarfsplanung zur ambulanten vertragsärztlichen Versorgung. Zum Planungsbereich Kaufbeuren zählen auch umliegende Gemeinden im Westen, Norden und Osten (Quellen: Kassenärztliche Vereinigung Bayerns, Versorgungsatlas, August 2016 sowie August 2015).

Interessantes Detail: Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Ärzteschaft in Kaufbeuren deutlich verjüngt. Die Hausärzte sind in der Wertachstadt deutlich jünger als die Kolleginnen und Kollegen in Schwaben und Bayern. Diese Entwicklung ist erfreulich, weil sie die Gefahr einer Versorgungslücke minimiert, wenn in den nächsten Jahren viele Ärzte in Ruhestand gehen. So sind bayernweit rund 35 Prozent der niedergelassenen Hausärzte älter als 60. In Kaufbeuren waren im Jahr 2015 noch 39 Prozent der Hausärzte über 60 Jahre alt. Im letzten Jahr ist diese Zahl jedoch auf knapp 31 Prozent gesunken (Stand 28. August 2015 und 25. August 2016). Dementsprechend ist auch ein deutlicher Anstieg bei den jüngeren Hausärzten zu verzeichnen. Der Anteil der Mediziner unter 45 Jahren stieg innerhalb des letzten Jahres von knapp 14 auf fast 24 Prozent. Fast jeder vierte Hausarzt im Planungsbereich Kaufbeuren ist heute also unter 45 Jahren. Damit sind die Kaufbeurer Hausärzte deutlich jünger als der schwäbische und bayerische Durchschnitt, wo nur rund 15 Prozent unter 45 Jahren sind.

Kassenärztliche Bundesvereinigung: Kaufbeuren Spitzenreiter

Eine andere Erhebung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung rückt Kaufbeuren bei der Anzahl der Hausärzte deutschlandweit sogar auf den ersten Rang. In dieser Statistik wurde die Anzahl der Hausärzte auf 100.000 Einwohner hochgerechnet, um eine Vergleichbarkeit mit anderen Städten herzustellen. Die Stadt Kaufbeuren, in diesem Fall ohne Einbeziehung des Umlandes, kam dabei auf einen Wert von mit 104,7 Ärzten je 100.000 Einwohner und ist damit bundesweit Spitzenreiter, gefolgt von Garmisch-Partenkirchen mit 101,2 und der Stadt Hof mit 99,3. Auf dem untersten Rang findet sich Gütersloh mit 49,7 Hausärzten je 100.000 Einwohnern. (Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung, Regionale Verteilung der Ärzte in der vertragsärztlichen Versorgung, 2014-2015).

Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse betrachtet solche Erhebungen stets mit etwas Vorsicht, freut sich aber über das gute Abschneiden der Stadt: „Jede Erhebung fasst die Daten auf etwas andere Art und Weise zusammen und setzt sie anders in Relation. Aber unter dem Strich sehen wir, dass wir bei der ärztlichen Versorgung in Kaufbeuren vor allem für die Zukunft sehr gut aufgestellt sind. Besonders erfreulich ist, dass der Generationenwechsel bei den Hausärzten offensichtlich in vollem Gang ist und gut funktioniert.“

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